Laufende Projekte

Waldorfschulen sind Teil der Gesellschaft und müssen sich mit Themen wie Extremismus und Populismus auseinandersetzen. Es besteht Gefahr durch Unwissenheit und Infiltration, was Schulen bedroht. Daher sind klare Positionen, Demokratiebildung und die Entlarvung von Verschwörungsmythen wichtig. Aktuell gibt es 19 Fachbeiträge, die historische, aktuelle und praktische Aspekte beleuchten, um Schulen bei diesen Herausforderungen zu unterstützen.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Albrecht Hüttig, M. Michael Zech

Im Zusammenhang mit den Kontaktbeschränkungen im Frühjahr 2020 und den vielen Rückmeldungen aus den Schulen und Elternhäusern - auch im Zusammenhang mit den Fragen und Möglichkeiten, die sich mit digitalen Lernformaten befassten - entstand in Gesprächen im Bundesvorstand der Gedanke, dass man in einem größeren Projekt entsprechende gute Beispiele aus der Praxis zusammenstellen und den Kollegien in geeigneter Form zur Verfügung stellen sollte.

Projektverantwortliche: Ulrike Sievers

Das Projekt zielt darauf ab, den Zugang zu hochwertigen digitalen Ressourcen für Waldorflehrerinnen und -lehrer im Bereich rhythmischer Lieder und Nursery Rhymes für die Unterstufe zu verbessern. Es möchte eine Sammlung von Audioaufnahmen, Lernvideos und Anleitungen bereitstellen, um das Erlernen und Vermitteln dieser Lieder zu erleichtern, insbesondere für diejenigen, die Melodien nicht kennen oder keine Noten lesen können. Durch diese Initiative sollen Lehrkräfte weltweit unterstützt werden, ihren Englischunterricht lebendiger und authentischer zu gestalten, und das Projekt versteht sich als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Online-Plattformen wie elewa. Damit soll die Waldorfpädagogik im Bereich Sprachunterricht gestärkt und die Ressourcen im Internet zugänglicher gemacht werden.

Kinder im letzten Kindergartenjahr freuen sich auf die Schule und das Lesen- und Schreibenlernen, das bereits in der frühen Kindheit beginnt. Da Kinder heute unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, ist es wichtig, inklusive Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Die Forschungsarbeit verbindet aktuelle Erkenntnisse zum Schriftspracherwerb mit Waldorfpädagogik, um effektive Methoden für Kinder mit Lernbarrieren zu erarbeiten und zu testen.

Der Arbeitskreis Medienmündigkeit, auch als „Arbeitsgruppe Waldorf Medienpädagogik“ bekannt, wird seit über 10 Jahren fortgeführt. Er trifft sich regelmäßig, um medienpädagogische und informatische Themen zu bearbeiten, Projekte zu planen und den Austausch zwischen Lehrkräften und Forschenden zu fördern. In den nächsten Jahren sollen die Treffen erweitert und Themen wie europäische Bildungsprojekte, Schulwebsite-Gestaltung und der Umgang mit digitalen Geräten in Schulen im Fokus stehen.

Projektverantwortliche: Robert Neumann, Ulrike Sievers, Prof. Dr. Paula Bleckmann

Das Forschungsprojekt untersucht die englischen Publikationen der Pädagogischen Forschungsstelle auf Rassismus, Diskriminierung und Diversität. Ziel ist es, Empfehlungen für eine kritische Überarbeitung der Materialien zu entwickeln, um eine vielfältige und reflektierte Darstellung zu fördern. Die Analyse zeigt, dass viele Werke eurozentrische, rassistische und stereotype Inhalte reproduzieren, was die Macht von Sprache und Narrativen verdeutlicht. Es wird betont, wie wichtig eine diskriminierungs- und rassismuskritische Bildungsarbeit ist, um gesellschaftliche Normen zu hinterfragen und vielfältige Perspektiven in den Unterricht zu integrieren.

Projektverantwortliche: Mirjam Nuenning, Fenja-Neele Hüneberg

Das Buch „Ausgesprochen Gut“ setzt sich mit der Bedeutung der Sprechpädagogik in Bildung und Gesellschaft auseinander. Es betont, dass sprachliche Kompetenz für gesellschaftliche Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsentwicklung essenziell ist. Angesichts zunehmender Digitalisierung und KI gewinnt die performative Sprechfähigkeit an Bedeutung, insbesondere für mündliche Prüfungen und persönliche Interaktion. Das Werk verbindet Waldorfpädagogik mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und bietet Lehrkräften praktische Methoden, um die Sprechkompetenz bei Schülern zu fördern und die ästhetische Bildung im Sprachbereich zu stärken.

Das Thema Nachhaltigkeit in Schulen umfasst vor dem Hintergrund der 17 Sustainable development goals zwei große Handlungsfelder:

1. Den Umbau der Schule zu einem sparsamen Umgang mit Ressourcen (z.B. Zero CO2).

2. Unsere Schülerinnen und Schüler zur Nachhaltigkeit zu befähigen.

Dabei geht es bei dem Thema BNE nicht nur um die Entwicklung von Neuem, sondern auch um Öffentlichkeitsarbeit und einer Darstellung, die zeigt, dass die Waldorfschulen sich mit diesem Themenkomplex ernsthaft befassen. In vielen Bereichen können Waldorfschulen als vorbildlich gelten (Ackerbau-Epochen in der 3. Klasse, Landwirtschaftspraktikum, Forstpraktikum, Gartenbau, etc.).

Projektverantwortliche: Dr. Thorsten Meyer-Oldenburg

Es soll eine international umfassende, wissenschaftsorientierte „Datenbank Waldorfpädagogik“ erstellt werden, die seitens der Pädagogischen Forschungsstelle gehostet wird. Die Datenbank soll „Grundlagen der Waldorfpädagogik und Anthroposophie“, „Empirische und hermeneutische Forschung zur Waldorfpädagogik“, „Fachdidaktik“ und „Unterrichtsmaterialien“ sowie „Dissertationen“ enthalten. Die Titel erstrecken sich sowohl auf Bücher als auch auf andere wissenschaftliche Publikationsformate: Zeitschriften, Journals und Internetveröffentlichungen. Sie soll kostenlos und leicht zugänglich sein, die eingepflegten Titel werden verschlagwortet, so dass eine geeignete Suchfunktion integriert werden kann.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Jost Schieren

Das grundlegende Werk von Erika Dühnfort „Der Sprachbau als Kunstwerk“ zum Grammatikunterricht der Klassenlehrerepochen in den Klassen 3–8 ist 1980 (32017) erschienen. Dieses Buch soll überarbeitet, aktualisiert und teilweise ersetzt werden.

Projektverantwortliche: Dr. Susanne Speckenbach

1995 erschien die deutschsprachige Ausgabe der Publikation „Die Zweitklassuntersuchung“, die ursprünglich durch den niederländischen Schulbegleitungsdienst für Waldorfschulen erarbeitet wurde. Seit längerem ist die deutsche Fassung vergriffen.

Im Rahmen des Projekts soll die Ausgabe von 1995 überarbeitet werden. Neueste Forschungsergebnisse, Erfahrungen und Auswertungen aus dem Alltag der Durchführung werden einbezogen.

Eine englischsprachige online Sammlung von Essays, Interviews und Reflexionen über die Herausforderungen der Dekolonisierung der Waldorfpädagogik und die Entwicklung eines Lehrplans für Vielfalt.

 

Dieses Projekt steht in Zusammenhang mit dem Geschichtsprojekt Zech, Schmelzer, Rawson

Projektverantwortliche: Martyn Rawson

Das Projekt zielt darauf ab, eine praktische Handreichung für Lehrkräfte zu erstellen, die exemplarische Unterrichtssequenzen für die zweiten Epochen der Oberstufe und den Fachunterricht enthält. Dabei soll der Fokus auf moderner und zeitgenössischer Literatur sowie pragmatischen Texten liegen. Ziel ist es, Lehrkräften konkrete Materialien und Anregungen zu bieten, um den Literaturunterricht vielfältiger und praxisnaher zu gestalten, insbesondere durch die Erweiterung des Lektürespektrums und kulturelle Übersetzungsleistungen.

Dieser vorläufige Arbeitstitel steht für eine praktisch orientierte Anleitung in Buchform, auf Französisch geschrieben, zum Französischunterricht der ersten 4 Jahre, mit methodisch-didaktischen Hinweisen und pädagogischen Kommentaren, mit ausführlichem Materialteil und einführenden Darstellungen der relevanten Themen im Gesamtkontext des Fremdsprachenunterrichts.

Projektverantwortliche: Siegmund Baldszun

Das Projekt beschäftigt sich mit der Erstellung und Aktualisierung von Gefährdungsbeurteilungen für den Chemie- und Physikunterricht an Waldorfschulen. Während für Physik bereits Kommentare und Vorlagen vorliegen, gestaltet sich die Situation im Fach Chemie aufgrund der Vielzahl an Gefahrstoffen und sich ändernder Sicherheitsbestimmungen deutlich komplexer. Daher wurden bestehende Beurteilungen überprüft und bei Bedarf aktualisiert, wobei Unterstützung von Experten wie Volker Kleeberg in Anspruch genommen wurde.

Dieses Projekt möchte das bisher bestehende Defizit reduzieren, dass seit Gründung der ersten Waldorfschule der Hinweis Rudolf Steiners, chinesische Geschichte in Klasse 12 zu behandeln, kaum Beachtung erfahren hat, auch in der curricularen Diskussion und Weiterentwicklung. Schüler:innen aus der Waldorfschule zu entlassen, ohne chinesische Geschichte exemplarisch behandelt zu haben, ist angesichts der aktuellen Bedeutung der VR Chinas und Taiwans in der globalen Welt inakzeptabel.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Albrecht Hüttig

Das Projekt entwickelt einen zeitgemäßen Einstieg in den Geschichtsunterricht der 5. Klasse an Waldorfschulen. Es ersetzt theosophische Inhalte durch wissenschaftlich fundierte Darstellungen früher Hochkulturen und bietet praxisnahe Unterrichtsmaterialien, in denen Mythen klar als solche gekennzeichnet werden. Ziel ist ein geschichtsdidaktisch und fachlich aktueller Unterrichtsbeginn.

Projektverantwortliche: Walter Riethmüller, Prof. Dr. Albert Schmelzer

Das Graduiertenkolleg Waldorfpädagogik ist an der Alanus Hochschule angesiedelt. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Forschungsfragen im Gebiet der Waldorfpädagogik systematisch aufzugreifen, zu verfolgen und dadurch die Waldorfpädagogik wissenschaftsbasiert in den akademischen Diskurs zu integrieren. Es soll neben dem Standort der Alanus Hochschule ein Netzwerk an Universitäten entstehen, an denen Stipendiaten des Kollegs Promotionen zu waldorfpädagogischen Themengebieten durchführen können. Es bezweckt damit zugleich die akademische Wissenschafts- und Nachwuchsförderung im Bereich der Waldorfpädagogik.

Im Rahmen des Projekts FORUM GESCHICHTE wird das Verständnis von Individualität als zentrales Bildungsziel der Waldorfpädagogik theoretisch neu fundiert. Angesichts aktueller Debatten und Steiners 100. Todestags entsteht in Kooperation mit der Alanus Hochschule eine zweisprachige Publikation, die individuelle Perspektiven aus verschiedenen Kulturen zusammenführt und die Waldorfpädagogik in den globalen Bildungsdiskurs einbindet.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Jost Schieren, M. Michael Zech

Das Projekt stärkt die Informationskompetenz von Schüler\:innen an Waldorfschulen angesichts von Fake News, Filterblasen und Vertrauensverlust in Institutionen. Mit der App „Buzzard“ und einem medienpädagogischen Konzept erproben Pionierschulen zeitgemäßen, handlungsorientierten Unterricht, um selbstständiges Urteilen und demokratische Meinungsbildung zu fördern.

Projektverantwortliche: Franz Glaw

Die Arbeit im Kulturwissenschaftlichen Kolloquium wird fortgesetzt. Jedes Jahr, Anfang Januar treffen sich Forschende und Lehrpersonen aus dem kulturwissenschaftlichen Fächerumkreis und geben Berichte aus ihrer Forschungsarbeit, die wiederum durch den anschließenden Gedankenaustausch gefördert werden kann.

Projektverantwortliche: Frank Steinwachs

Das *Life Patterns*-Projekt bündelt Forschung aus der Gestaltbiologie und Organismischen Biologie in einer zweisprachigen Buchveröffentlichung. Ziel ist es, Goetheanismus als wissenschaftlich tragfähige Methode zu stärken, aktuelle Entwicklungen in der Evolutionsbiologie zu unterstützen und neue Impulse für Pädagogik, Biologie und Medizin zu geben.

Ziel des Projekts ist die Erstellung eines diskriminierungssensiblen Märchenbuchs für den Erzählteil der unteren Klassen an Waldorfschulen. Auf Basis internationaler Vorlagen werden ca. 50 kindgerechte, vielfältige und kultursensible Märchen thematisch geordnet, überarbeitet und mit didaktischen Hinweisen versehen.

Projektverantwortliche: Dr. Gerrit de Jong

Im Projekt werden experimentelle Unterrichtseinheiten zur Wärmelehre und Thermodynamik entwickelt und erprobt. Dazu gehören Schülerversuche zu Kompression und Entspannung, thermoakustische Effekte, Wärmepumpen und Stirlingprinzipien. Ziel ist die Entwicklung geeigneter Versuchsanordnungen sowie eines erprobten Unterrichtsskripts.

Projektverantwortliche: Dr. Florian Schulz

Der Sammelband *Sport und Spiel* (2018) wird umfassend überarbeitet, um sprachlich sensibel, inklusiv und fachlich zeitgemäß den Anforderungen des heutigen Sportunterrichts an Waldorfschulen zu entsprechen. Veraltete Begriffe werden ersetzt, inhaltliche Schwerpunkte angepasst und zentrale pädagogische Themen wie Inklusion stärker integriert.

Projektverantwortliche: Gerlinde Idler, Lutz Gerding

Selbstverwaltung ist ein zentrales Gestaltungsprinzip vieler Waldorfschulen – zugleich Chance und Herausforderung im Schulalltag. Wie kann kollegiale Zusammenarbeit gelingen, wenn Entscheidungen gemeinsam getroffen werden sollen? Welche Strukturen und Kulturen unterstützen eine solche Form der Schulorganisation tatsächlich? Angesichts wachsender Anforderungen an Schulen rückt die Frage nach tragfähigen, nachhaltigen und entlastenden Formen der Selbstverwaltung zunehmend in den Fokus. Die vorliegende Promotionsstudie nimmt diesen Aspekt zum Ausgangspunkt und richtet den Blick auf Schulen, die in diesem Bereich neue, vielversprechende Wege gehen.

Mit diesem Projekt soll die Bildung für nachhaltige Entwicklung an Waldorfschulen systematisch gestärkt, curricular verankert und pädagogisch vertieft werden. Es verbindet Bewusstseinsbildung, Unterrichtsentwicklung und schulische Öffentlichkeitsarbeit und bietet zugleich eine Gelegenheit, die besonderen Potenziale der Waldorfpädagogik in den gesellschaftlichen Nachhaltigkeitsdiskurs einzubringen.

Die bestehenden drei Bänden zum Eurythmieunterricht wurden im Hinblick auf den Gang durch die Klassenstufen verfasst. Dabei wurde das besondere Thema der pädagogischen Formen allenfalls tangential gestreift und soll nun in einem vierten Band unter dem Titel „Gut für Kinder und junge Leute“ der Buchreihe angefügt werden.

Projektverantwortliche: Helga Daniel

Im Rahmen dieses Projekts soll ein praxisorientiertes Handbuch für die Schule entstehen, dass sich mit dem Thema ‘Rassismussensible Waldorfädagogik’ auseinandersetzt. Das Buch wird einen Gesamtumfang von circa 200 Seiten haben und von Maria Umbach und Mirjam Nuenning geschrieben werden, mit Gastbeiträgen von weiteren Autor*innen.

Die geplante Studie untersucht, ob und in welchem Ausmaß rassistische Denkfiguren im Werk Rudolf Steiners vorkommen, und kontextualisiert diese sowohl historisch als auch systematisch innerhalb seines Gesamtwerks. Ziel ist es, den aktuellen Rassismusdiskurs aufzunehmen und differenziert zu bewerten, welche Teile von Steiners Aussagen problematisch sind, wie sich seine Haltung möglicherweise verändert hat und welche Konsequenzen sich daraus für die heutige Waldorfpädagogik ergeben – insbesondere im Hinblick auf Diversität und institutionelle Diskriminierung.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Albert Schmelzer

Das Projekt erprobt und dokumentiert eine alternative Schrifteinführung in der 1. bis 3. Klasse der Waldorfschule, die Schreib- und Druckschrift direkt aus dem Formenzeichnen entwickelt – in Anlehnung an Rudolf Steiners ursprüngliche Idee. Ziel ist ein praxisorientiertes Handbuch für Lehrer\:innen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung der graphomotorischen Fähigkeiten, eine ganzheitliche Bewegungsschulung und die Stärkung der Leibbindung bei Kindern des digitalen Zeitalters. Die Umsetzung erfolgt über vier Jahre an der FWS Havelhöhe mit einem interdisziplinären Team und angestrebter wissenschaftlicher Begleitung.

Eine Neu-Ausgabe des Bandes „Sexualkunde in der Waldorfpädagogik“ soll mit erweiterter Perspektive erarbeitet werden. Außerdem sollen Gesichtspunkte zur Gender-Thematik im Waldorfkontext erschlossen werden.

Projektverantwortliche: Sven Saar

Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung der sog. Spiegelspaltblende – eines optischen Gerätes zur Erzeugung komplementärer Spektralphänomene im Physikunterricht von Schule und Hochschule.

Der Lehrplanband „Pädagogischer Auftrag und Unterrichtsziele“ von Tobias Richter soll inhaltlich aktualisiert und medienübergreifend neu veröffentlicht werden. Während das Buch weiterhin einen Überblick über die Lehrplanthemen im waldorfpädagogischen Kontext bietet, wird der vertikale Lehrplan künftig primär online zur Verfügung stehen. Ziel ist es, auf gesellschaftliche, technologische und pädagogische Entwicklungen zu reagieren und die Lehrplanarbeit transparenter und differenzierter zugänglich zu machen.

Im geplanten Sammelband sollen zentrale Themen des „Forum Geschichte“ grundlegend und kritisch beleuchtet werden – insbesondere im Spannungsfeld von universellen Menschenrechten, kultureller Vielfalt und der postkolonialen Kritik an der Aufklärung. Ziel ist eine offene, sachlich fundierte Auseinandersetzung mit problematischen Grundlagen der Waldorfpädagogik und dem Werk Rudolf Steiners. Dabei sollen kritische Perspektiven nicht nur Widersprüche aufzeigen, sondern auch produktive Weiterentwicklungen ermöglichen.

Henning Hauke bündelt 35 Jahre Oberstufen-Kunstpädagogik in fünf thematischen Clustern, die auf Grundlage der Waldorfpädagogik den Kunstunterricht weiterentwickeln sollen. Im Fokus stehen ästhetische Erfahrungen und „leibliches Spüren“ (Embodiment), ausgewertet durch Praxisforschung und visuelle Materialien auf einer begleitenden Online-Plattform.

Die Veröffentlichung untersucht erste Formen postkolonialen Denkens in der Waldorfpädagogik, etwa in Curricula, Unterrichtsmaterialien und Lehrerbildung, und reflektiert eurozentrische Haltungen. Sie thematisiert zudem Bildung im Kontext der Globalisierung, besonders vor dem Hintergrund der internationalen Verbreitung der Waldorfpädagogik. Das Buch ist Teil eines zweiteiligen Projekts, das Grundlagen im mitteleuropäischen Raum beleuchtet und mit einem Onlineangebot verbunden ist. Ziel ist, den postkolonialen Diskurs intern und extern zu fördern.

Projektverantwortliche: Frank Steinwachs, Martyn Rawson

Neben den bisher etablierten Präsenzen in elektronischen Archiven der Open Access Bewegung und in Online-Hochschulbibliotheken, soll die Anzahl der Implementierungen erhöht werden.