(Re-)Generative Ökonomische Bildung

Ein Forschungsprojekt zur bildungswissenschaftlichen Fundierung und praktischen Umsetzung von Wirtschaftsbildung.

Nachhaltige Entwicklung

Projektbeschreibung

Globale Krisen – Klimawandel, Ungleichheit, Krieg – sind kein Zufall, sondern Folge einer extraktiv orientierten Wirtschaft, die von vielen Menschen als starres System erlebt und nicht als gestaltbare lebendige Wirklichkeit begriffen wird. Das Forschungsprojekt (Re-)Generative Ökonomische Bildung entwickelt eine ganzheitliche ökonomische Bildung, die individuelle Transformation und systemisches Handeln verbindet – für eine Zukunft, die mündige Mitgestalter braucht.

Die Menschheit steht vor einer historisch beispiellosen Häufung ineinandergreifender Krisen: Klimawandel, Verlust von Biodiversität, soziale Ungleichheit, politische Polarisierung, psychische Belastungen, Kriege und vieles mehr sind nicht zufällige Einzelphänomene, sondern hängen maßgeblich mit der Art und Weise zusammen, wie Wirtschaft gedacht und gestaltet wird. Solange die Ökonomie als externes, mechanistisches System wahrgenommen wird, das auf uns einwirkt, statt von uns gestaltet zu werden, bleibt das kollektive Potenzial zur Erneuerung ungenutzt – wir erzeugen gemeinsam fortwährend Ergebnisse, die niemand wirklich will. Die menschheitliche Fähigkeit zu sozial-ökologischer Transformation und der Überwindung von globalen Krisen verlangt nach einer Bildung, die die volle Entfaltung menschlichen Potenzials durch personale Transformation des Individuums im Denken, Fühlen und Wollen ermöglicht und dazu befähigt, soziale Wirklichkeiten in einer lebendigen Mitwelt mitzugestalten. 

Genau hier setzt das Forschungsprojekt (Re-)Generative Ökonomische Bildung an: Ziel ist die bildungstheoretische und didaktische Fundierung einer ganzheitlichen ökonomische Bildung, die  – wie die Waldorfpädagogik überhaupt – generativ sowie regenerativ gedacht ist: Generativ sowohl auf individueller Ebene, weil sie transformatorische Bildungsprozesse im humanistischen Sinne anstößt, indem sie auf der praktischen, seelischen und intellektuellen Ebene ein „Sich-in-Beziehung-setzen“ mit Welt und damit individuelle Entwicklung ermöglicht. Generativ aber auch auf systemischer Ebene, weil sie dazu befähigt, wirtschaftliche und soziale Prozesse in ihrer materialen und geistigen Gewordenheit und ihrer aktuellen Gestaltung multiperspektivisch und transdisziplinär zu verstehen und gleichzeitig ganz im Sinne der Inner Development Goals auch Fähigkeiten wie Empathie, Fantasie, Mut oder Willenskraft ausbildet, die Menschen brauchen, um die lebendige Welt selbstbestimmt mitzugestalten – für eine Zukunft, die auf mündige, handlungsfähige Menschen angewiesen ist. Regenerativ ist sie, weil sie Wirtschaft als eingebettet in eine lebendige Mitwelt innerhalb sozialer und planetarer Grenzen betrachtet und ganzheitliche Konzepte wie bio-dynamischen Landbau fördert.

Damit schließt die Ökonomische Bildung an Waldorfschulen an das Bildungskonzept der Unesco und das Konzept Education for human flourishing der OECD an. 

Das Forschungsprojekt (Re-)Generative Ökonomische Bildung konstituiert sich aus einer Arbeitsgruppe von Waldorflehrkräften aus den Fachbereichen Wirtschaft/Recht, Geografie, Geschichte, Ethik, Sozialkunde und Philosophie. Ergänzt wird sie durch erfahrene Profis aus transformativ-orientierter Wirtschaft und Wissenschaft sowie durch eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit der Gemeinwohlökonomie Deutschland (econgood.org), die Ende März 2026 einen differenzierten Bildungsplan für nachhaltiges Wirtschaften inklusive flexibler Unterrichtseinheiten veröffentlicht hat (germany.econgood.org/curriculum).

Inhaltlich verbindet das Forschungsprojekt die Auseinandersetzung mit Rudolf Steiners Gedanken zu Wirtschaft und Gesellschaft mit zeitgemäßer Fachdidaktik, modernen Management- und Transformationskonzepten sowie einer breiten wissenschaftlichen Fundierung, unter anderem durch ein begleitendes Dissertationsprojekt. Das Projekt ist eingebettet in das Forum Geschichte der pädagogischen Forschungsstelle und kooperiert mit weiteren Nachhaltigkeitsinitiativen im Waldorfumfeld.

Daten zum Projekt

Status Laufend
Start- & Enddatum 01.08.2024 - 31.07.2026
Projektträger Pädagogische Forschungsstelle Stuttgart