Umgehensweise mit der schriftlichen Prüfung im Hessischen Landesabitur im Leistungsfach Biologie

Untertitel: ein Vergleich von Waldorfschülern und Gymnasiasten - Fortsetzung
Status: laufend
Startdatum: 01.06.2015
Enddatum: 31.12.2018
Projektträger: Pädagogische Forschungsstelle Stuttgart
Projektverantwortliche: Dr. Dirk Rohde
Beteiligte Personen: Prof. Dr. Uwe Hericks

In Hessen haben die Freien Waldorfschulen seit mehreren Jahrzehnten einen besonderen rechtlichen Status: Die Klassen 11-13 bilden eine sog. "anerkannte gymnasiale Oberstufe". D. h., bis zur 10. Klasse haben die Freien Waldorfschulen sehr viele pädagogische Freiheiten und können ganz nach dem eigenen Lehrplan unterrichten. Erst beim Übergang in die 11. Klasse muss festgestellt werden, ob die Versetzung nach gymnasialen Maßstäben erfolgt. In den Klassen 11-13 muss dann in allen Abitur-relevanten Fächern hinsichtlich Lehrplan, Stundenzahl und Eignung der Lehrkräfte wie an einem Gymnasium (gleichwertig, aber nicht gleichartig) beschult werden. Seitdem 2007 in Hessen das Zentralabitur eingeführt wurde, müssen dementsprechend auch die Oberstufen der Freien Waldorfschulen an dieser Prüfungsform teilnehmen.

Die Landesfachkonferenz Biologie der hessischen Freien Waldorfschulen, die Dr. Rohde als langjähriger Biologielehrer leitet, interessierte von Beginn der Einführung dieser neuen Prüfungsform an, ob Waldorfschüler/innen vergleichbar gut im Zentralabitur Biologie abschneiden wie die Gymnasiasten. Diese Prüfungsform ermöglicht eine hohe Vergleichbarkeit. Dr. Rohde hat deshalb für die Jahrgänge 2007-2013 die Biologie-Leistungskurs-Abiturklausur-Ergebnisse sowohl der hessischen Freien Waldorfschulen als auch viele Daten benachbarter Gymnasien und zudem die entsprechenden beim Kultusministerium für ganz Hessen erfassten Daten gesammelt. Es kamen über 1500 Datensätze einzelner Schüler/innen zusammen. Es kann festgestellt werden, dass die Waldorfschüler/innen trotz einer deutlich anderen Beschulung im Fach Biologie in den Klassen 5-10 am Ende ihrer Schulzeit im Vergleich mit Gymnasiasten/innen zumindest gleich gute, teils sogar bessere Ergebnisse erzielen.

Die Ergebnisse der ersten Projektphase sollen im Laufe dieses Jahres 2015 veröffentlicht werden. Zugleich hat die zweite Projektphase bereits begonnen. Hierin wird der Frage nach den diesen erfreulich guten Ergebnissen der Waldorfschüler/innen zugrunde liegenden Kausalitäten genauer nachgegangen. Dr. Rohde steht in regelmäßigem wissenschaftlichen Austausch über die Ergebnisse seines Projektes mit Prof. Dr. Uwe HericksInstitut für Schulpädagogik der Philipps-Universität Marburg.

Vom aktuellen Arbeitsstand dieses Projekts erfahren Sie im Forum.