Der weiße Stein in der unsichtbaren Stadt

Status: laufend
Startdatum: 01.12.2017
Enddatum: 31.12.2020
Projektträger: Pädagogische Forschungsstelle Stuttgart , Bildungswerk Beruf und Umwelt e.V.
Projektverantwortliche: Markus Osterrieder

Angeregt durch Aussagen Rudolf Steiners, unternahm Walter Johannes Stein vor nunmehr 90 Jahren den Versuch, die Gralserzählungen des Mittelalters in einen konkreten historischen Kontext zu stellen. Er wollte dabei aufzeigen, dass die "Gralswelt" nicht einfach als literarischer Stoff, sondern vor dem Hintergrund geschichtlicher Ereignisse und menschlicher Biographien zu verstehen ist. Dabei gelangen ihm einige richtungweisende Entdeckungen, die jedoch bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht umfassend weitergeführt und beschrieben worden sind. Das Projektvorhaben unter dem Arbeitstitel "Der weiße Stein in der unsichtbaren Stadt" möchte diese Intention weiterführen und dabei vor allem den Aspekt der sozial und kulturell impulsierenden Wirkung der "Gralswelt" herausarbeiten. Es stellt sich also nicht zur Aufgabe, eine neue (esoterisch orientierte) Interpretation des Parzival- und Gralstoffes oder karmische Zusammenhänge zwischen dem Mittelalter und der neueren Zeit zu erarbeiten; sie geht auch nicht im strengen Sinn literaturwissenschaftlich vor. Vielmehr soll anhand von menschlichen Biographien als Träger geistiger Strömungen das Netzwerk aufgezeigt werden, aus dem heraus die Veröffentlichung der Gralsepen nach 1180 erfolgte. Dieses Beziehungsgeflecht spannt sich durch mehrere Jahrhunderte über das gesamte Europa nach Afrika und Asien. Spiritualität, Stoffe und Bilder begegneten, durchdrangen und befruchteten sich in diesen Menschenzusammenhängen.

Das Projekt soll in Form einer Monographie abgeschlossen werden, die sich aufgrund der dargestellten Inhalte nicht nur an Lehrer, sondern allgemein an ein größeres interessiertes Lesepublikum richtet.